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Büro für Soziale Architektur

2017: Zehn Jahre alberts.architekten BDA

Soziale Architektur ist das Planen für Gruppen und Gemeinschaften

In diesem Jahr entstanden Projekte, in denen die Mitwirkung der unterschiedlichen Akteure im Vordergrund standen:

GuteSchule 2020: Ende der Kreidezeit

Die gute Grundschule ist Kennzeichen für eine intakte Stadt. Im Ostwestfälischen ist es manchmal ein bisschen wie in Büllerbü, nur das man nicht groß drüber redet: Das intakte Schulgebäude, engagierte Lehrerinnen und genügend Raum für das Lernen, Spielen und Leben in der Stadtmitte zeigen, wie wichtig die Schule für den Ort ist. Kein Wunder, dass das Schulgebäude auch von Vereinen und Eltern nach Schulschluss genutzt wird.

Nun ist mit dem Kollegium, Verwaltung und den Eltern beschlossen, der Schule ein Update zu verpassen. Mit den Mitteln aus dem NRW-Programm „Gute Schule 2020“ kann und Arbeitsplatz Schule 2020 verwirklicht werden. Dafür werden die Verwaltungs- und Lehrerbereiche umgestaltet und Schulklassen mit Whiteboard ausgestattet: Das Ende der Kreidezeit also!

Dorfrendite und Standortsicherung

Der kleine Bergort in Niedersachsen hat fast alles, was man zum Leben braucht. Auch die dortige diakonische Einrichtung ist mit dem Standort auf dem Berg an sich glücklich. Damit das so bleibt und keine sprichwörtliche Hanglage aufgrund veränderter Bedingungen in der Wiedereingliederungshilfe entsteht, gilt es gemeinsame Sache zu machen. Und diesmal nicht mit Berliner Verbau sondern mit einem gemeinschaftlichen Prozess der Dorfentwicklung! Im Laufe des Jahres wurden durch eine Steuerungsgruppe Maßnahmen festgelegt und der Blick von alberts.architekten in die Soziale Architektur des Bergdorfes gewagt. Der nötige Weitblick der Bewohner ist bereits erkannt. Das Dorf steht hinter dem Projekt, eine Dorfrendite ist zu erwarten.

Inklusives Wohnen: Eltern mit Behinderung

Land NRW wird das Projekt als ein sogenanntes Leuchtturmprojekt des inklusiven Wohnungsbaus gefördert (Förderart: WFB + BWB). Es besteht zur einen Hälfte aus einer Clearingstelle für begleitete Elternschaft; einer Einrichtung für zwölf Eltern mit Behinderung und ihren Babys, zur anderen Hälfte aus gefördertem Wohnungsbau mit barrierefreienFamilienwohnungen.

In dem neuen Gebäude befinden sich Wohnraum für Familien sowie die Clearingstelle "Begleitete Elternschaft" für Eltern mit geistiger Behinderung. Durch das Zusammenleben Tür an Tür wird Inklusion gelebt. Das Projekt ist in dieser Form bisher einzigartig. "Menschen mit Behinderungen haben das gleiche Recht auf Elternschaft wie Nichtbehinderte. Und sie lieben ihre Kinder wie alle anderen Eltern auch. Aufgrund ihrer intellektuellen Defizite benötigen sie aber deutlich mehr Unterstützung, um Erziehungskompetenz zu erlangen."

Bildung und Entwicklung im ländlichen Raum

Seit Oktober 2016 schrauben, schleifen, bohren, pinseln und konstruieren Neuntklässler an Eisenbahnfahrzeugen in Nordlippe. Das neue MINT-Projekt heißt „Werkstatt der Entdeckungen“ und wurde auf Initiative der Landeseisenbahn Lippe (LEL) und des Büros für Soziale Architektur aus Bielefeld-Sennestadt ins Leben gerufen. In der Werkstatt der Verkehrsbetriebe Extertal (VBE) erhalten nun acht Schüler der Sekundarschule Nordlippe Grundlagen im Bereich Metallverarbeitung vermittelt. Das zdi-Zentrum Lippe.MINT unterstützt das Projekt fachlich und finanziell. Koordiniert wird das Projekt bei der LEL von Jochen Brunsiek. Der Museumseisenbahnverein setzt seit Jahren auf kreative und nachhaltige Projekte mit Jugendlichen. „Durch fundierte Ausbildung an historischer Technik sollen zukünftige Fachkräfte für das Handwerk in der Region begeistert werden“, so Ideengeber Thorsten Försterling vom alberts.architekten. Ziel ist die Stärkung der Wirtschaft und Unterstützung des Ehrenamts, die Ausbildung im Bereich MINT und die Entwicklung der Region Nordlippe.

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