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22 Thesen: Inklusion im Quartier

Elke Maria Alberts: 22 Thesen zur Inklusion im Quartier

22 Thesen über Inklusion im Quartier

  • Nur gemischte Wohnquartiere sind auf Dauer überlebensfähig. Monotonen Wohnquartieren fehlt die Vitalität, sich mit Unerwartetem auseinander zu setzen
  • Inklusion ist steuerbar, so wie Wohnquartiere steuerbar sind.
  • Inkluson ist nicht steuerbar, so wenig wie Wohnquartiere steuerbar sind.
  • Wenn alle an einer gemeinsamen Idee arbeiten und niemanden ausschließen, wird Inklusion lebendig.
  • Inklusion ist ein Menschenrecht.
  • Inklusion in der Stadt oder auf dem Land ist als Menschenrecht nicht verhandelbar, denn Inklusion bedeutet Teilhabe an einem geglückten gesellschaftlichen Leben für alle Menschen, unabhängig davon, wo sie leben.
  • Inklusion bewirkt einen Klima- und Kulturwandel in unserer Gesellschaft
  • Inklusion bedeutet, offen zu sein für die Vielfalt des Lebens und der Lebenswege.
  • Inklusion bedeutet, Andersartigkeit zu erkennen und anzuerkennen.
  • Inklusion bedeutet Gerechtigkeit.
  • Inklusion im Sinne von Beteiligung dient dazu, die Lebensumstände aller Menschen zu verbessern.
  • Wenn Reiche „Platte machen“, sind sie nicht arm und ausgegrenzt. Wenn Gehende sich in einen Rollstuhl setzen, sind sie nicht gelähmt. Wenn Sehende sich die Augen zuhalten, sind sie nicht blind. Das bedeutet: Nur die wirklich Betroffenen wissen Bescheid, was Handicaps bedeuten.
  • Beteiligungsprozesse brauchen von Beginn an ein festgelegtes Ziel, sonst scheitern sie.
  • Ungeachtet seines Ziels wird ein offener Beteiligungsprozess auch vollkommen Unerwartetes hervorbringen. Die Kunst liegt darin, das Unerwartete im weiteren Prozess zu nutzen und mit den Zielvorstellungen zusammenzuführen.
  • Bauen und Planen ist immer an einen Zweck gebunden: Wohnen, Arbeiten, Lernen, Gesundwerden, Freizeit verbringen …
  • Der Zweck sagt uns, welche Menschen in welchen Situationen das Gebäude nutzen. Damit die Menschen ein Gebäude mit zuvor definierter Zweckbestimmung korrekt nutzen können, gibt es DIN-Normen.
  • DIN-Normen bilden einen Durchschnittsmenschen ab. Wenn die Varianz des Durchschnitts eng gegriffen wird, fallen Menschen aus der Betrachtung heraus.
  • Lösungen außerhalb der entsprechenden Normen bedeuten für den Planer derzeit Haftungsrisiken,die er ungerne eingeht.
  • Die vorliegenden DIN-Normen beziehen sich ausschließlich auf Mobilitätseinschränkungen.
  • Um für die Zukunft neue Wohnquartiere im Sinne einer Gesellschaft für alle zu schaffen, sind flexiblere Verfahren bei der Bewertung der Bebauungspläne nötig.
  • Zu starre Vorschriften der Bau-Behörden über Grundrisse verhindern den Bau einer „Villa Kunterbunt“.
  • Wer eigenartige Lösungen verhindert, vergibt sich die Chance auf die Lösung von Problemstellungen, die wir heute noch nicht kennen.

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