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  1. Stadtteilküche

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    Baufeld

    Gemeinsam Kochen fördert die Integration und das Miteinander unterschiedlichster Menschen verschiedenster Herkunft im Quartier. Deshalb wird eine gemeinsame Küche Anlaufpunkt in Bielefeld-Sieker.

     

    Das Projekt Stadtteilküche Sieker umfasst die Gebäudeteile der Stadtteilküche als Hauptbaus mit Küche, Gemeinschaftssaal und Büroräumen sowie das Backhaus mit einem Tandoor-Ofen und einem Steinbackofen.

    Orte für Gemeinschaften

    Südöstlich öffnet sich der Gemeinschaftsraum durch die große Glasfassade einem Gemeinschaftsplatz. Dieser Platz wird durch die Anordnung des Hauptgebäudes und des bestehenden Jugendhauses zueinander und den dadurch entstehenden Raum gebildet. Das Backhaus ist vom Haupthaus abgerückt. Das Sheddach sorgt für die zusätzliche Belichtung des Gemeinschaftsraums und greift die ursprüngliche, landwirtschaftliche Nutzung des Ortes auf.
    Wie kann Architektur Gemeinschaft stärken?

    Stadtumbau in Bielefeld-Sieker

    Das Raumprogramm des Anbaus orientiert sich an dem erstellten Konzept der „Standortentwicklung Kotten – Bielefeld Sieker“ aus dem Projekt Sieker Mitte Quartiersbetreuung und Fortschreibung INSEK, welches mittels Beteiligung der Anwohner:innen und der Träger vor Ort erarbeitet wurde.

     

    Die Stadtteilküche Sieker bringt Menschen zusammen: sprechen, backen, kochen, Freundschaften und neue Nachbarschaften haben Raum zum Wachsen.

    Kann man Quartiere entwickeln, die für alle ein gemeinsamer Ort sind?

    Der Tandur-Ofen bildet einen Anlaufpunkt in der Gemeinschaftsküche Sieker. Hier treffen sich Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zum gemeinsamen Backen.

    Räume für das Miteinander

    Räume für das Miteinander

    Die Stadtteilküche Sieker bietet Anwohnenden, Stadtakteur:innen und Mitarbeitenden Gelegenheit und Raum für

    • Vereinstreffen und Versammlungen
    • Bürgerworkshops
    • Quartiersarbeit
    • Beratungsangebote

    Die Gemeinschaftsküche und das Backhaus bieten Gelegenheit für das gemeinschaftliche Backen und Kochen im täglichen Gebrauch.

    Projektsteckbrief

    01 Projektzeitraum

    LP 1-4: 02/2017 – 07/2019
    LP 5-8: 07/2019, laufend
    Baubeginn: 10/2020

    02 Projektvolumen

    1,3 Mio. brutto (KG 200-700)

    03 Projektstandort

    Greifswalder Straße 15, 33605 Bielefeld

    04 Typ / Nutzung

    Beratung, Veranstaltungen, Backhaus

    05 Beteiligte

    ISB, SkF, Gartenverein

    06 Grundstücksfläche

    6.579 m²

    07 Geschossflächenzahl

    325 m²

    08 Bruttorauminhalt

    1.435 m³

    09 Infos
    • Tandoorofen
    • Workshops und Beteiligung der Anwohner:innen
    • Resistent gegen Vandalismus
  2. Quartiers-entwicklung Jöllheide

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    Das Grundstück
    Wie gelingt das Zusammenleben von Generationen in einem neuen Quartier?
    Rendering Bereich Pflege

    Im Bielefelder Stadtteil Mitte, nordöstlich der Innenstadt, entsteht durch den Neubau dreier Gebäude ein Generationenquartier bestehend aus einem Wohngebäude, einem Pflegegebäude, einer Kindertagesstätte und einem Quartiersplatz.

     

    Der in der Planung entstandene Gedanke des „Generationenquartiers“ beschreibt die Idee, einen Treffpunkt für alle Generationen anzubieten, weshalb die Entwürfe der Gebäude städtebaulich, architektonisch und von der Nutzung aufeinander abgestimmt wurden, um einerseits eine Quartiersgemeinschaft, andererseits aber auch die nötige Qualität und die Möglichkeit für gesundes und ruhiges Wohnen zu schaffen.
    Dementsprechend wurden die drei Gebäude auf dem Grundstück so angeordnet, dass in ihrer Mitte ein Quartiersplatz entsteht.

     

    Das Quartier greift die Qualität des nahegelegenen Naturschutzgebietes auf.

    Wohngebäude mit 33 Wohneinheiten

    Wohngebäude mit 33 Wohneinheiten

    Entsprechend dem Anspruch nach gesundem und ruhigem Wohnen wurde das Wohngebäude in den hinteren Bereich des Grundstücks gesetzt. Alle Wohnungen sind zu den gemeinschaftlich genutzten Grün- und Spielflächen ausgerichtet. Für den PKW-Verkehr ist das Grundstück nur über einen Wohnweg erschlossen, Fußgänger und Radfahrer erreichen das Gebäude über einen Weg, der über den Quartiersplatz und durch eine Durchfahrt im Gebäude führt. Es entsteht ein Wohngebäude mit vielen kleinen Wohnungen, deren Zuschnitt sowohl den Bedürfnissen älterer Personen, aber auch den Wünschen junger Erwachsener entspricht, die hier das erste Mal eine eigene Wohnung haben.

    Einige größere Familienwohnungen ergänzen das Generations-Wohnangebot.

    Besonderheiten der Wohnungszuschnitte sind der eigene Hauswirtschaftsraum und der Abstellraum direkt gegenüber der eigenen Wohnungseingangstür. Die gesamte Gartenseite der Wohnung hat einen durchgehenden Balkon. Die Erschließung der Wohnungen erfolgt über Laubengänge, an die ein Fahrstuhl und Treppenhäuser anschließen.

     

    Wie kann neuer Wohnraum in hoher Qualität entstehen?

    Tagespflege und Pflege-WG

    Das Pflegegebäude wurde dreigeschossig in einer L-Form mit Flachdach ausgeführt. Rücksprünge in der Kubatur signalisieren Eingänge sowie Terrassen- und Balkonausgänge und verhelfen so zu einer leicht lesbaren Architektur.

     

    Das Pflegegebäude beherbergt eine Einrichtung der Kleinpflege für 17 pflegebedürftige Menschen und angeschlossen eine Tagespflege für 15 Besucher. Diese liegt im Erdgeschoss, damit der Garten unkompliziert und direkt erreicht werden kann. Der Bereich für das Wohnen befindet sich in den beiden Geschossen direkt darüber.

    Das L-förmige Gebäude öffnet sich mit seinem Garten dem Inneren des Quartiers und schließt damit das Generationen-Quartier im oberen Bereich ab. Alle gemeinschaftlich genutzten Räume sind auf den Garten und den angrenzenden Quartiersplatz ausgerichtet, somit erhalten die Bewohner den größtmöglichen Bezug zu den Außenbereichen.

    Blick vom Bereich Pflege auf die Kita.
    Kindertagesstätte mit drei Gruppen

    Kindertagesstätte mit drei Gruppen

    Ein neuer Kindergarten für ein neues Wohnquartier begegnet dem wachsenden Bedarf an Betreuungsplätzen für die Kleinen. Das dynamische Gebäude fügt sich in die gesamten Überlegungen des Quartiers ein.

     

    Das Gebäude selbst ist das Eingangsgebäude des Generationenquartiers.
    Eine Kindertagesstätte, die das Gebäude auf allen Ebenen bespielt: Die Dachfläche über dem Mehrzweckbereich führt als begrünte Rampenanlage in die Außenanlagen und dient neben der Erweiterung der Außen-Spielfläche als direkter Weg aus dem Obergeschoss nach draußen.
    Die Gruppenräume befinden sich im zweigeschossigen Gebäudeteil. Sie werden in einer offenen Treppenanlage im Knickpunktpunkt des L-förmigen Gebäudes erschlossen. Hier befindet sich auch der Übergang zu dem etwas tiefer liegenden Gemeinschaftsbereich mit Küche und Mehrzweckraum. Durch einen alle Ebenen erschließenden Plattformlift besteht auf allen Ebenen Barrierefreiheit.
    Die Räume sind für eine Gruppe der GF I 2 bis 6 Jahre, eine Gruppe GF II U3 und Gruppe Ü3 ausgestattet. Es liegt zukünftig direkt gegenüber der neu gebauten Hellingskampschule. Hierhin öffnet sich auch sein Eingangsbereich. Die Außenspielflächen sind zum Quartiersplatz ausgerichtet, sie ergänzen mit ihren innenliegenden Grünraum den vielgestaltigen Quartiersplatz.

    Rendering Kita

    Projektsteckbrief

    01 Projektzeitraum

    Leistungsphase 1-4:
    07/2016 bis 07/2019

    02 Projektstandort

    Bielefeld, Jöllheide

    03 Typ / Nutzung

    Pflege / Kindertagesstätte / Wohnen

    04 Beteiligte

    First Retail, Bonitas

    05 Grundstücksfläche

    Ca. 7.405 m²

    06 Geschossflächenzahl

    Pflegegebäude: 1.800 m²
    Kita: 740 m²
    Wohngebäude: 4.050 m²
    Gesamt: 6.590 m²

    07 Bruttorauminhalt

    Pflegegebäude: 6.120 m³
    Kita: 3.160 m³
    Wohngebäude: 12.270 m³
    Gesamt: 21.550 m³

    08 Infos
    • Quartiersentwicklung
    • Zwischen Wohngebiet, Gewerbegebiet, Schulgelände und Grünbereich
    • Verschiedene Varianten wurden geprüft (Grundrissvarianten, Fassadenvarianten …)
    • Geringe Außenfläche der Kita führte zur Rampenlösung, um den Spielbereich zu erweitern
    • Sehr langes Wohngebäude als Abschottung zum Gewerbe; Höhenunterschiede von einem Ende zum anderen
  3. Kita Elbeallee

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    Baugrundstück
    Wie kann eine Baulücke in der Sennestadt eine Heimat für eine neue Kindertagesstätte werden?
    Wie kann man eine Kindertagesstätte schnell umsetzen?

    Wie kann man eine Kindertagesstätte schnell umsetzen?

    Sennestadt ist ein kinderreicher Stadtteil – es musste unbedingt eine neue KiTa in die Stadtmitte. Mit dem beschleunigten Verfahren konnte zügig auf dem Gelände der Sennestadt GmbH ein Ort für Kinder gefunden und gebaut werden.

     

    Zwischen Stadtteilbibliothek und dem Hochhaus gegenüber dem Haus der Gesundheit im historischen Stadtkern Sennestadt entstand neuer Raum für die ganz Kleinen: Gleich vier Gruppen können in dem Gebäude auf der ehemaligen Brache untergebracht werden. Ein Gebäude mit einem Flachdach und mit einem für Sennestadt typischen Flug-Vordach beherbergt die neue Kita der AWO.
     

    „Die blaue Fassade mit den Holzelementen greift die typische Farbigkeit der Sennestadt auf.“

    Weiterführung der Stadt-Idee

    Ähnlich wie beim LUNA, dem Kinder- und Jugendzentrum der Sennestadt, sollen durch den Neubau Kinder mehr in die Stadtmitte einbezogen werden. Das Gebäude ist ein gelungener Lückenschluss und passt gut in den historischen Stadtkern Sennestadt, hier klaffte lange eine Baulücke. Kein Wunder also, dass auch bei diesem Gebäude das Farbkonzept „Farben der Sennestadt“ als Weiterführung der Original-Farbigkeit des Stadtteils angewendet wird. Das Grundstück liegt in den Händen der Sennestadt GmbH, so dass eine für Sennestadt passende Entwicklung des Grundstückes möglich ist. Auch der baldige Stadtbahnausbau ist ein Standortvorteil für die Kita an diesem Ort.

    „Das Gebäude wird von Passanten erst auf den zweiten Blick als neues Gebäude erkannt – es erzählt die Baugeschichte der Sennestadt konsequent weiter“

    Projektsteckbrief

    01 Projektzeitraum

    LP 1-4: 03/2017 – 03/2018
    LP 5-8: 03/2018 bis 08/2020
    Baubeginn: 10/2018

    02 Projektvolumen

    Ca. 1,8 Mio. brutto (KG 200-700)

    03 Projektstandort

    Elbeallee 72
    33689 Bielefeld

    04 Typ / Nutzung

    Kindergarten mit 4 Gruppen

    05 Beteiligte

    Sennestadt GmbH, AWO

    06 Grundstücksfläche

    1.325 m²

    07 Bruttorauminhalt

    3.350 m³

    08 Infos

    Hanglage
    Kleines Grundstück

  4. Inklusives Wohnen

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    Begleitete Elternschaft

    Dass auch geistig behinderte Menschen Eltern werden, wurde lange Zeit kaum wahrgenommen noch gesellschaftlich akzeptiert, was zu Folge hatte, das meist schon von vorneherein die Möglichkeit eines Zusammenlebens von Eltern und Kindern weitgehend ausgeschlossen wurde.

    In der Vergangenheit und vielerorts noch bis heute hat die Diagnose einer geistigen Behinderung häufig zu einer Trennung von Mutter und Kind unmittelbar nach der Geburt geführt.

    Luftbild
    Fertiges Gebäude
    Wie können Eltern mit Behinderungen ein Kind großziehen?

    Um eine Chance auf ein gemeinsames Leben zu geben wünschte sich die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel eine Einrichtung, die genau für diese Familien einen zeitlich begrenzten Aufenthalt ermöglicht. In dieser Einrichtung werden Eltern, die in ihrer geistigen Entwicklung beeinträchtigt sind und als Familie mit ihren Kindern in eigener Wohnung zusammenleben möchten über einen Zeitraum bis max. 9 Monate betreut und vor allem beobachtet, mit dem Ziel einer dauerhaften Entscheidung für oder gegen ein gemeinsames Leben von Eltern und Kindern.

    Systemschnit
    Wie kann Architektur die ungestörte Entwicklung von Kindern unterstützen?

    Im Mittelpunkt steht dabei der Anspruch des Kindes auf eine geschützte und ungestörte Entwicklung in einer anregenden und fördernden Umgebung.

     

    Inklusion ist Menschenrecht – Jeder Mensch hat das Recht, ein gleichberechtigter Teil der Gesellschaft zu sein.

    Clearingstelle

    Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel wollen eine Einrichtung, die für Familien einen zeitlich begrenzten Aufenthalt ermöglicht. In dieser Einrichtung werden Eltern, die in ihrer geistigen Entwicklung beeinträchtigt sind und als Familie mit ihren Kindern in eigener Wohnung zusammenleben möchten über einen Zeitraum bis maximal neun Monate betreut und beobachtet, das Ziel ist eine Entscheidung für oder gegen ein gemeinsames Leben mit dem Kind.

    Im Mittelpunkt steht der Anspruch des Kindes auf eine geschützte und ungestörte Entwicklung in einer anregenden und fördernden Umgebung. Die Clearingstelle mit Wohnungen für Mütter mit geistiger Behinderung sind in den ersten beiden Geschossen angesiedelt.

    NRW-Leuchtturmprojekt

    Vom Land NRW wird das Projekt als ein sogenanntes Leuchtturmprojekt des inklusiven Wohnungsbaus gefördert (Förderart: WFB + BWB). Es besteht zur einen Hälfte aus einer Clearingstelle für begleitete Elternschaft; einer Einrichtung für zwölf Eltern mit Behinderung und ihren Babys, zur anderen Hälfte aus gefördertem Wohnungsbau mit barrierefreien Familienwohnungen.

    Zusammen mit der BGW- Bielefelder Gesellschaft für Wohnen und Immobiliendienstleistungen mbH und den v.Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel erarbeitete alberts.architekten das Konzept für das erste inklusive Wohnprojekt. Die BGW hat ein sechsgeschossiges Gebäude an der Eichenstraße in Ummeln abgerissen und realisiert hier in Kooperation mit Bethel ein Wohnprojekt für Eltern mit einer geistigen Behinderung und ihren Kindern:

    Inklusion als Ort der Begegnung

     

    “Menschen mit Behinderungen haben das gleiche Recht auf Elternschaft wie Nichtbehinderte. Und sie lieben ihre Kinder wie alle anderen Eltern auch. Aufgrund ihrer intellektuellen Defizite benötigen sie aber deutlich mehr Unterstützung, um Erziehungskompetenz zu erlangen.”

    Für die Clearing-Stelle und das Zusammenleben Tür-an-Tür und das dazugehörige Gebäude in der Eichenstraße entwickelte alberts.architekten das Konzept. Elke Maria Alberts achtete mit Ihrem Entwurf besonders darauf, dass Begegnungen zwischen den Nutzergruppen möglich sind, aber ebenso das Höchstmaß an Privatheit gegeben ist. In Bielefeld-Ummeln steht das Projekt “Inklusives Wohnen” nun kurz vor der Fertigstellung, zum Jahresbeginn 2017 sind bereits Familien eingezogen.

    Für das Clearingangebot sind 24 stationäre Wohnheimplätze inklusive zwei 3-Zimmer-Wohnungen sowie eine Kindergruppe eingerichtet. Ein multiprofessionelles Team sorgt hier für eine 24-Stunden-Betreuung von Eltern und Kindern.

    Projektsteckbrief

    01 Projektzeitraum

    LP 1-4: 04/2014 – 03/2015
    LP 5-8: – 07/2017

    02 Projektvolumen

    4,9 Mio. (KG 100-700)

    03 Projektstandort

    Eichenstraße 29a, 33649 Bielefeld

    04 Typ / Nutzung

    Wohnen, Clearingstelle

    05 Beteiligte

    Bethel

    06 Grundstücksfläche

    3.310 m²

    07 Geschossflächenzahl

    2.660 m²

    08 Bruttorauminhalt

    10.505 m³

  5. Schule Wittekindshof

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    Wie gelingt erfolgreiche Inklusion?

    Eine neue Schule für 150 Kinder mit Behinderungen wurde am Südhang des Wiehengebirges verwirklicht. Die bisherigen Gebäude waren für das pädagogische Konzept unan-gemessen. Durch Partizipation der Nutzer entstand der neue Schulstandort.

    Pädagogischer Bauausschus

    Pädagogischer Bauausschus

    Die Stiftung Wittekindshof, eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen, verwirklichte am Südhang des Wiehengebirges ein neues Schulgebäude für 150 Kinder mit schweren körperlichen und geistigen Behinderungen. Mit Hilfe des Pädagogischen Bauauschusses erarbeiteten die Lehrer ein gemeinsames Schulkonzept, das Kinder nicht mehr nach Behinderungsarten unterscheidet. Wichtig ist es uns, Schüler und Lehrer kennenzulernen: Deshalb hospitierten wir in den alten Unterrichtsräumen zunächst im Unterricht.

    Klassen und Fachräume für Schüler mit Behinderungen

     

    Gebaut wurden 15 Klassen mit einem Gruppenraum und einer Küche. Ebenso entstanden 13 Fachräume. Bisher fand der Unterricht in drei verschiedenen Gebäuden statt. Die provisorischen Klassenräume waren für die Förderung der Kinder ungeeignet, ein Neubau war dringend notwendig. Nach zweijähriger Bauzeit zogen die Schüler und Lehrer nach den Sommerferien 2011 in die neue Schule ein.

    Diakonische Stiftung Wittekindshof

     

    Die neue Schule liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Therapieeinrichtungen und Wohnheimen der Stiftung. Aufgrund der Hanglage ist die Schule im vorderen Bereich vier-, im hinteren zweigeschossig. Ihr besonderes Kennzeichen sind die Flugdächer auf den einzelnen Klassentrakten. Die Baukosten von 12,5 Millionen Euro und die Einrichtung der Werkräume wurden teilweise durch Spenden finanziert.

    Über das Projekt

    Neubau der Förderschule für die Stiftung Wittekindshof

     

    Die Stiftung Wittekindshof in Bad Oeynhausen ist eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen. Sie unterhält unter anderem Werkstätten und Schulen für rund 2.700 Kinder und Erwachsene. Auf dem Gelände baute die Stiftung ab Frühjahr 2009 ein neues Schulgebäude für 150 Kinder und Jugendliche mit geistigen und mehrfachen Behinderungen. Es entstanden 15 Klassenzimmer mit je einem zugeordneten Gruppenraum sowie 13 Fachräume, die der Förderung musisch-kreativer Fähigkeiten ebenso dienen wie der Vermittlung von beruflichen und alltagsbezogenen Fertigkeiten und Kenntnissen.

    Das Gelände der Diakonischen Stiftung Wittekindshof liegt am Südhang des Wiehengebirges in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen. Das Baugrundstück am Nordwestrand des Areals befindet sich daher in einer ausgeprägten Hanglage unmittelbar zwischen Kinderheimat und Kinderdorf, den beiden Wohnorten der Schülerschaft. Bislang konnten die Schulwege aus der Kinderheimat nur mithilfe von Fahrdiensten zurückgelegt werden: Das starke Gefälle ist mit einer Gehbehinderung oder einem Rollstuhl nicht zu bewältigen. Der Neubau, mit zwei von vier Geschossen direkt in den Hang gebaut, überwindet eine Höhendifferenz von 16 Metern. Er liegt gleich neben dem alten Schulgebäude 2, dem Haus Kinderheimat und dem Therapiezentrum. Das so genannte Schülerdorf ist fußläufig in wenigen Minuten erreichbar, auf Rollstühle oder Gehhilfen angewiesene Kinder können von dort zu Fuß zur Schule begleitet werden.

    Projektsteckbrief

    01 Projektzeitraum

    LP 1-4: bis 09/2007
    LP 5-8: 09/2011

    02 Projektstandort

    Dr.-Klevinghaus-Straße 9
    32549 Bad Oeynhausen

    03 Typ / Nutzung

    Schule

    04 Beteiligte

    Wittekindshof, Diakonische Stiftung

    05 Grundstücksfläche

    14.500 m²

    06 Geschossflächenzahl

    7.780 m²

    07 Bruttorauminhalt

    43.455 m³

  6. Stadtteil-moderation

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    Wie kann der soziale Frieden in einem historischen Stadtkern bewahrt bleiben?
    Stadtteilmoderation

    Stadtteilmoderation

    Der partizipative Ansatz ist Auftrag: Mitreden ist Praxis

    Das Büro für Soziale Architektur und Kommunikation unterstützte die Stadt Horn-Bad Meinberg bei dem Aufbau einer Verfahrenskultur mit Ansprache der Anspruchsgruppen und Entwicklung der Prozesskompetenz im Projektraum „Historischer Stadtkern“.

    Gebäude mit dem Investitionsstau von 40 Jahren und eine Konzentration der Zuwanderung im Rahmen der EU-II Zuwanderung auf den Stadtkern Horn führten zur Verschärfung einer ohnehin bereits bestehenden sozialen Segregation.

    Mindestens 300 Zugezogene ohne Sprachkenntnisse und mit undurchsichtigen Beschäftigungs- und Familienverhältnissen überforderten den Stadtkern. Die Unterbringungssituation in zahlreichen Immobilien gewährleistet die Mindestanforderungen an gesunde oder Wohnverhältnisse zum großen Teil nicht. Es entstanden mehrere „Bulgarenhäuser“ deren auswärtige Vermieter und Bewohner
    die Schlagzeilen der Boulevard-Zeitschriften füllten.

    Historische Gebäude, Slum-Lords und Fehlnutzungen

    Historische Gebäude, Slum-Lords und Fehlnutzungen

    Im Stadtkern sind 30 Problemimmobilien bekannt, die meisten davon sind historische Bauten, die Dichte der historischen, frühneuzeitlichen Bausubstanz ist in Horn ungewöhnlich hoch. In die zahlreichen, jahrhundertealten sogenannten Ackerbürgerhäuser haben EigentümerInnen seit der Nachkriegszeit nicht mehr investiert. Für die meisten Gebäude ist der Sanierungsstau von 40 Jahren augenscheinlich.

    „Bauliche Missstände nicht von sozialer Betrachtung getrennt gesehen werden kann. Viele der vorgenannten baulichen und offensichtlichen Fehllagen sind Ergebnisse von sozialen Fehlentwicklungen.“

     
     

    „Die sozialen Spannungen im Stadtteil Horn sind in den Jahren ab 2019 vollends eskaliert, Demonstrationen und Proteste mit rechtsextremen Tendenzen führten zu überregionaler medialer Aufmerksamkeit.“

    Bürgerdialog

    Bürgerdialog

    Die Stadt Horn-Bad Meinberg hat den sogenannten „Bürgerdialog“ etabliert, der sowohl der Information als auch als Plattform für BürgerInnen dient, sich über die Zukunft des Stadtkerns auszutauschen. Der Bürgerdialog ist inzwischen in der Stadtgesellschaft akzeptiert und soll nach dem Wunsch der BürgerInnen weitergeführt werden.

    Der Bürgerdialog und seine Verstetigung als selbsttragende Struktur im Stadtraum zählen zu den Leistungen, die im Spektrum der Stadtentwicklung entstanden sind. Hier hatte sich gezeigt, dass der Mangel an Kommunikation mit der Bürgerschaft solche neuen Strukturen unbedingt verlangte und nur solche zielführend sind, die Themenschwerpunkte setzen.

    Impulsmaßnahmen stießen die im historischen Stadtkern an. Dazu gehörte die Entwicklung von drei Immobilien „Hausmann Reloaded“, „Tille-Reineke &Friends“ und die Stadtbauhütte, die insbesondere zur Aktivierung verschiedener Nutzergruppen beitragen sollen.

    Die fehlende Erarbeitung eines Leitbildes für die Stadtentwicklung zeigte sich als Hemmnis. Es ist bisher in der Stadtentwicklung versäumt worden, eine Gesamtidee für den historischen Stadtkern zu entwickeln.

    Persönlich verhaftet

    Die Stadtteilmoderatoren gingen zu den Stadtteilfesten, tanzten mit syrischen Geflüchteten, schälten Kartoffeln, schauten Fotos von Früher, krochen auf Dachböden, waren über WhatsApp zu Unzeiten erreichbar. Viele ließen sich auf dem „blauen Stuhl“ ablichten, Geschichten entstanden. Ein solches an den Menschen orientiertes Handeln ist der richtige Ansatz.

    Partizipation und Beteiligungskultur als Schwerpunkt in den Förderrichtlinien und zahlreichen zugehörigen Publikationen aufgeführt worden. Diese ermöglichen die Vermittlung komplexer Problemlagen und die breite öffentliche Diskussion städtischer Entwicklungsziele. Der sozialintegrative Ansatz des beauftragten „Büros für Soziale Architektur“, namentlich Thorsten Försterling und Marc Wübbenhorst, brachten für die Steuerungsunterstützung und den kommunikativen Ansatz aber auch in Preis-Leistung die beste Eignung mit, sodass dem Büro für Soziale Architektur im Februar 2019 der Zuschlag erteilt wurde. Der kommunikative und interkulturelle Ansatz war bei der Beauftragung ausschlaggebend.

    Projektsteckbrief

    01 Projektzeitraum

    02/2019 bis 12/2021

    02 Projektvolumen

    175.000 € brutto (Auftragsvolumen)

    03 Projektstandort

    Horn-Bad Meinberg

  7. Herberge zur Heimat

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    Wie gelingt Partizipation in der Wohnungslosenhilfe?

    Herberge 3.0? Wie sieht die Herberge zur Heimat im 21. Jahrhundert aus? Welche Funktion kann Sie im Quartier übernehmen? Aus welchen Traditionen schöpft sie Kraft, an welchen Punkten sollte sie sich neu erfinden? Welche Rolle spielen Partizipation und Inklusion für die Herberge 3.0?

    Das Projekt Gast.Haus

    Das Projekt Gast.Haus

    Eine Herberge für Wohnungslose wird zum Treffpunkt im Quartier: Das ist der Sinn unseres Projektes „Gast.Haus“ in Hildesheim. Gemeinsam erfanden wir die Herberge neu. In Workshops erarbeiteten wir mit MitarbeiterInnen, BewohnerInnen und Nachbarn aus dem Viertel gemeinsam ein Konzept für das zukünftige Miteinander.

    Arbeit von und mit wohnungslosen Männern in der Herberge zur Heimat

    Erstes Ergebnis gemeinschaftlicher Projektplanung

    Partizipation in der Wohnungslosenhilfe

     

    Aus einer Ideenwerkstatt ist ein „Bauausschuss“ mit Nachbarn, Bewohnern und Vertretern der Leitung hervorgegangen. Viele gute Ideen hängen an der Pinnwand – Grundsteine für einen Herbergswandel im 21. Jahrhundert. Moderiert wurde dieser Veränderungsprozess von alberts.architekten, Büro für soziale Architektur. Das Wichtigste: Die Bewohner sind aktiv geworden, sie wollen mit anpacken, und gestalten die Herberge und das Umfeld mit.
    Nach Jahren des Machen und Tuns ist ein Ort geschaffen, an dem Männer und Frauen wohnen, ihre Nachbarn einladen und an dem sie gerne sind.

    Haus mit Tradition: Herbergen für Wanderarbeiter

     

    Millionen junger Männer wanderten im 19. Jahrhundert auf der Suche nach Arbeit und Wohnung in die wachsenden Städte. Baumeister Schwartz kannte die „Tippelbrüder“ von seinen Baustellen. Viele hatten nach schwerer Arbeit am Tage keine ruhige Stätte für die Nacht. Staatliche Hilfe gab es nicht. 1854 eröffnete die Innere Mission in Bonn die erste „Herberge zur Heimat“, in der wohnungslose Wanderarbeiter Kost und Logis fanden. Ein weitverzweigtes diakonisches Fürsorgesystem entstand, über 500 Herbergen zur Heimat wurden in deutschen Landen gegründet. In Hildesheim fanden die Wanderer ab 1881 an städtebaulich prominenter Stelle Unterschlupf.

    „Hannoveraner Architekturschule“

    „Hannoveraner Architekturschule“

    Das Kerngebäude der Herberge wurde 1879-1881 erbaut. Sein imposanter Mittelrisalit mit Spitzbogengiebel weist es als hervorragenden Vertreter der „Hannoveraner Architekturschule“ aus: unverputzter roter Backstein, neugotische Formen und Linien nach dem Vorbild der norddeutschen Backsteingotik, glasierte Ziegel als Zierelemente. Eine Bauform des Hochmittelalters, die zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten war, fand einen neuen Zweck. Der Eingang wurde in der Folgezeit mehrfach verlegt, um Bewohnern und Besuchern die Schwellenangst zu nehmen. Denn dieses hohe Haus steht Menschen offen, die nichts häufiger erlebt haben, als vor geschlossenen Türen zu stehen.

    Ein neues Viertel für Hildesheim

     

    Gustav Schwartz (1847-1910) erhielt seine Ausbildung an der Polytechnischen Hochschule in Hannover beim Architekten Conrad Wilhelm Hase, der die „Hannoversche Architekturschule“ ins Leben gerufen hatte. Schwartz war ab 1876 Stadtbaumeister und Stadtbaurat in Hildesheim. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Gustav Struckmann (1837-1919) prägte er über 34 Jahre lang das Stadtbild. Zahlreiche seiner Bauten stehen noch heute: die Baugewerkschule am Hohnsen, das Sieben-Brüder-Haus Schmitjan in der Feldstraße, sein eigenes Haus in der Gartenstraße, und nahebei unsere Herberge zur Heimat.

    Herberge zur Heimat seit 1945

     

    „Tippelbrüder“ wie im 19. Jahrhundert gibt es wegen der verbesserten staatlichen Sozialhilfe praktisch nicht mehr. Wohnungslose Männer gibt es noch – seit den 1990er Jahren sogar wieder verstärkt. Viele davon nennen sich selber „Berber“. Die Herberge definierte sich nach dem Krieg um und widmet sich seitdem der professionellen Sozialarbeit für wohnungslose Männer. Seit 2014 ist die Diakonie Himmelsthür Trägerin der Herberge zur Heimat.

    Männer, die etwas können

     

    In der Herberge finden Männer Unterstützung, die ihre traditionelle gesellschaftliche Rolle verloren haben. Männer, die eigentlich mit anpacken, mitmachen und im Viertel wirksam sein möchten. Männer, die viel gelernt haben. Schrittweise bauen sie soziale Beziehungen auf und schaffen sich wirtschaftliche Grundlagen. Wir helfen ihnen bei der Überwindung psychosozialer Schwierigkeiten in Arbeit, Ausbildung und Freizeit. Wir fördern ihre besonderen Fähigkeiten, damit sie zur Basis einer selbstständigen Lebensführung werden können. Die Männer, die bei uns ein vorübergehendes Zuhause finden, wünschen sich, ein normales Leben zu führen.

    Herberge zur Heimat

     

    Aus der Inneren Mission heraus entsteht Mitte/ Ende des 19. Jahrhunderts die Wandererfürsorge. Mit dem Ziel, mittelose Wanderarbeiter zu unterstützen entsteht ein funktionierendes diakonisches Fürsorgesystem. In den deutschen Ländern werden über 500 Herbergen zur Heimat gegründet. Hier finden männliche Arbeiter Kost und Logie. Darüber hinaus gibt es sogenannte Wandererkolonien, in denen Arbeit gegen Unterkunft ermöglicht wird. Das Gut Wilhelmsdorf in Eckardtsheim ist die erste ihrer Art und mit dem Namen Friedrich von Bodelschwingh verbunden.

    Projektsteckbrief

    01 Projektzeitraum

    02/2015 – 12/2017

    02 Projektstandort

    Gartenstraße 6
    31141 Hildesheim