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  1. Sanierungs-management (KFW 432)

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    KfW Award Leben 2022

    Das Bielefelder Stadtlabor Sennestadt erhält den KfW Award Leben 2022: Mit dem KfW Award 2022 erhält die Sennestadt eine weitere Auszeichnung für die zukunftsorientierte Stadtentwicklung.
    Auf dem deutschen Kommunalkongress in Berlin wurde erstmals der KfW Award Leben an Impulsgeber für die Stadt der Zukunft vergeben. Dabei ging es um Digitale Bildung, Soziales und bezahlbares Wohnen sowie um Energetische Stadtsanierung. Die Sennestadt GmbH hatte den Vorschlag „Stadtlabor Sennestadt – mittels energetischer Stadtsanierung zum Klimaquartier“ eingereicht und wurde mit dem Award prämiert. Bernhard Neugebauer, Geschäftsführer der Sennestadt GmbH, nahm den Preis mit Thorsten Försterling, entgegen.
    Sennestadt

    Sennestadt

    Modellstadt der Nachkriegszeit

    Die Sennestadt entstand ab 1954 nach Entwürfen des Stadtplaners Hans Bernhard Reichow in der Heidelandschaft im Süden von Bielefeld. Sie war neue Heimat für viele Flüchtlinge und galt im Nachkriegsdeutschland als ein gepriesenes Beispiel des organischen Städtebaus und der modernen, autogerechten Stadt der Zukunft.

    Fünf Jahre Energetische Stadtsanierung

    Fünf Jahre Energetische Stadtsanierung

    Sanieren im Sinne des Sanierungsmanagements bedeutet vor allem Qualität und Kommunikation: Informieren und Vernetzen, Ergebnisse von bleibendem Wert erzielen, eine effiziente und nachhaltige Sennestadt entwickeln. Dabei die Dinge ganzheitlich sehen und jede Einzelmaßnahme als Teil eines lebendigen und organischen Ganzen zu begreifen – das hat in der Sennestadt Tradition. Zugleich entspricht es zentralen Anforderungen des 21. Jahrhunderts.

    „Qualität und Kommunikation“

    Fachtagungswoche und Buch „Gutes Klima im Quartier“

    Fachtagungswoche und Buch „Gutes Klima im Quartier“

    Im September 2016 koordinierte die Sennestadt GmbH aus Anlass ihres 60-jährigen Bestehens eine 6-tägige Fachtagungswoche in Bielefeld-Sennestadt. Zahlreiche Veranstalter widmeten sich den Themenfeldern „Identität schaffen“, „Energie neu denken“, „Neues Bauen“, „Energetisch Sanieren“, „Mobil sein“ und „Prozesse entwickeln“.
    Zu Gast waren u. a. Experten wie Prof. Dr.-Ing. Grit Behrens, Filmemacherin Anna Ditges, Prof. Dr. Claudia Kemfert vom Club of Rome, Oberbürgermeister Pit Clausen, TV-Metereologe Sven Plöger, NRW Umweltminister Johannes Remmel, Prof. Dr. Rolf-Egon Westerheide von der Architektenkammer NRW. Das große bundesweite Interesse von Sanierungsmanagern, technischen und politischen Akteuren am Klimaquartier Sennestadt war schon vorher spürbar und bewies sich in der Tagungswoche, die einen sehr intensiven Austausch zwischen Forschern, Entwicklern, Planern und Praktikern auslöste. Die Tagungsergebnisse wurden 2017 vom Fraunhofer IRB Verlag veröffentlicht. Es entstand ein 150seitiges gebundenes illustriertes Kompendium mit zahlreichen Fotos, Interviews, Reportagen und Checklisten. Herausgeber ist die Sennestadt GmbH unterstützt von der KlimaExpo.NRW.

    Wie gelingt die energetische Sanierung einer Stadt aus den 60ern?
    Farben der Sennestadt

    Farben der Sennestadt

    Hans Bernhard Reichow und sein Mitarbeiter Peter Holst haben in den 1960er Jahren dafür gesorgt, dass die Häuser der Sennestadt ein harmonisches Farbmuster erhielten. Mit ihren erdig gehaltenen Farben fügte sich die Sennestadt vor der Kulisse des Teutoburger Waldes in die umgebende Landschaft ein.

     

    Für die Menschen entstand ein neues Zuhause, mit dem sie sich identifizieren konnten. Durch individuelle Sanierungen ist das Konzept heute kaum noch erkennbar. 2014 haben der Farbenhersteller Brillux und Peter Holst das Farbsortiment rekonstruiert und durch zeitgemäße Farbtöne ergänzt. Die so entwickelte Farbpalette dient Hausbesitzern in der Sennestadt als Orientierung, wenn sie heute ihre energetisch sanierten Fassaden neu gestalten und dabei die Identität des Quartiers bewahren wollen. Die Farben sind bei Mehrfamilienhäusern, bei der Musterbaustelle, bei Geschäftshäusern und im Bebauungsplan eines Neubauprojektes umgesetzt worden. 2017 war eine Ausstellung im Sennestadtpavillon den Farben der Sennestadt gewidmet. Das Projekt ist für den Deutschen Kulturförderpreis 2018 vorgeschlagen.

    farben.sennestadt.de

    Transformation zum Klimaquartier und Stadtlabor

    Quartiersumfrage
    „Nah dran“

     

    Um sich ein realistsches Bild vom Stand der Dinge zu machen, hat das Sanierungsmanagement zum Ende des Förderzeitraums in einer Umfrage unter HausbesitzerInnen mit 27 Fragen Details zum technischen Status der Gebäude und der in den letzten fünf Jahren durchgeführten Sanierungsmaßnahmen ermittelt. Da eine Umfrage im gesamten Quartier zu umfangreich gewesen wäre, gab es eine Stichprobe in einem „gut gemischten“ Bestand, der das gesamte Quartier repräsentieren kann. Die Ansprache erfolgte mit einem leicht verständlichen, überschaubaren Fragebogen zum Ankreuzen. Als Belohnung konnten die Teilnehmerinnen einen Energieausweis für ihr Gebäude gewinnen. Die Medien berichteten ausführlich. Von 857 Angesprochenen Haushalten ist ein Rücklauf von 11,1% erreicht worden. Die Antworten wurden statistisch ausgewertet und grafisch dargestellt. Die Ergebnisse sind auch Teil der CO2-Bilanz des Sanierungsmanagements.

    „Ohne Wertschätzung kein Sanieren“

     

    Mit ca. 7.250 Wohneinheiten entspricht das Gebiet der Energetischen Stadtsanierung dem Stadtumbaugebiet der Bielefelder Sennestadt – es ist bundesweit eines der größten Sanierungsgebiete. Um eine Klimabilanz zu erstellen, wurde der Fokus auf exemplarische Straßenzüge mit 857 Haushalten in Reihenhäusern und im Geschosswohnungsbau gerichtet. Die Umfrage „Nah dran“ ergab, dass Teilsanierungen in 239 Reihenhäusern Einsparungen von 8,8 bis 56 kg CO2 je m2 der sanierten Fläche pro Jahr erzielten. Die beispielhafte Vollsanierung eines Musterhauses senkte den Energiebedarf des Gebäudes sogar um 61%. Insgesamt wurde bei diesem Gebäudetyp eine CO2-Einsparung von 795 t pro Jahr erzielt. Im Geschosswohnungsbau führte allein der Einbau energieeffizienter Fenster in 238 Wohnungen einer Eigentümergemeinschaft zu einer Senkung des CO2-Ausstoßes um 144 t pro Jahr. Bei einer Hochrechnung der nachweislich im Umfragegebiet eingesparten 947 t CO2 pro Jahr auf die ca. 7.250 Wohneinheiten im Projektgebiet wird eine jährliche CO2-Einsparung von 6.725 Tonnen erreicht.

    8 THESEN FÜR SANIERUNGSPROJEKTE

    • Bilde ein Projektteam, das zwischen Verwaltung und Politik vermittelt.
    • Bilde oder nutze eine verantwortliche Quartiersgesellschaft für die Transformation vor Ort.
    • Schaffe agile Strukturen, die die Menschen unmittelbar erreichen.
    • Setze genug Mittel für den Dialog und die offene Kommunikation ein.
    • Setze erreichbare und messbare Ziele, die lokal verortet sind.
    • Sei offen für die Menschen und mache die Ziele transparent.
    • Gehe schrittweise vor, um die Menschen nicht zu überfordern.
    • Nutze die Förderung, um weitere Projekte und Fördermittel zu akquirieren.
    Hausakte Workshops

    Hausakte Workshops

    Eine Hausakte ist eine Dokumentation über den Bau- und Sanierungsstatus eines Hauses. Darin werden alle Untersuchungen am Haus, alle angefragten und alle durchgeführten Sanierungsmaßnahmen verzeichnet. Sie hat sich als Ansatz für die Sanierungsberatung bewährt.

     

    Da ein offenes Beratungsangebot für die Sennestadt-BewohnerInnen an einem zentralen Standort auf wenig Nachfrage stieß, haben die Sanierungsmanager nach einer neuen Kommunikationsstrategie gesucht. Das Angebot, den Hausbesitzern in einem Workshop im Sennestadtpavillon beim Anlegen von Hausakten zu helfen, hat funktioniert. Die Workshops wurden teilweise in Kooperation mit der VHS durchgeführt. Wirksame Argumente für die Hausakte waren: endlich Durchblick im Unterlagenchaos; Hilfe bei der Bewertung der Immobilie; gemeinsame Diskussion von Wegen zum Werterhalt und zur Wertsteigerung. Die Workshops begannen mit der gemeinsamen Sichtung und Einschätzung aller Unterlagen. Es folgte ein Angebot zur Vertiefung mit unterschiedlichen Schwerpunkten (Pläne, Daten, Verträge, gemeinschaftliche Sanierung mit Nachbarn). Im Ausblick ging es um Strategien zur Beseitigung von Mängeln und Problemen wie Schimmel, hohen Heizkosten, fehlendem Wohnkomfort. Auf diese Weise wurden standardisierte Sanierungsschritte erarbeitet. Die Workshops wurden gut angenommen, es gab viele Presseberichte und TeilnehmerInnen berichteten, sie seien jetzt besser in der Lage, Verantwortung für ihr Eigentum zu übernehmem.

    Musterhaus als „gläserne Baustelle“

    Die Sanierung eines typischen Reihenhauses am Ostpreußenweg wurde als Musterbaustelle durchgeführt. Dort ist exemplarisch gezeigt worden, welches Potenzial die Sennestädter Reihenhäuser für eine energetische Sanierung bieten und welche Vorteile sie den Bewohnern und der Sennestadt bringen. Ein Generationenwechsel war die Ausgangsbasis. Das freigezogene Gebäude sollte energetisch saniert und auf die Bedarfe der neuen Bewohner ausgerichtet werden. Der gesamte Planungsprozess und Bauablauf von der Anamnese bis zur Übergabe wurde über Presse, Facebook und öffentliche Besichtigungen transparent dargestellt und dokumentiert. „Hautnah“ und Schritt für Schritt konnten Interessenten den Ablauf mitverfolgen. Wegen zahlreicher baugleicher Gebäude im Quartier ist der Planungs- und Bauablauf gut übertragbar und wirbt optimal mit seinem positiven Ergebnis.

    Musterhausplanungen

    Musterhausplanungen

    Die Sennestadt ist geprägt durch einen sehr homogenen Gebäudebestand. Allein ein Reihenhaustyp kommt fast 800 Mal vor.
    Hierfür wurde eine Musterhausplanung erstellt, die unterschiedliche Lebenssituationen abbildet. Es geht um den Abbau von Barrieren, die Erweiterung des Wohnraums, die energetische Sanierung und die mögliche modulare Verbindung dieser Maßnahmen.

    Energetische Stadtsanierung – wie ging es weiter?

    Mit der Fortschreibung des Handlungskonzeptes Klimaschutz der Stadt Bielefeld und der Fortschreibung des INSEK Bielefeld-Sennestadt werden Stadtteilentwicklung und Klimaschutz im Quartier weiter zusammenwachsen und mit konkreten Projekten für die Menschen erlebbar. Mit der Entwicklung der Klimaschutzsiedlung auf einer Industriebrache werden Klimaschutzpotentiale ausgeschöpft in den Bereichen „Flächenrecycling“, „Entwässerung“, „Konstruktion“ und „Wärmeversorgung“. Die Stadtwerke Bielefeld werden dort eines der größten deutschen modularen kalten Nahwärmenetze im Contracting betreiben. Der politisch beschlossene Ausbau des Bielefelder Stadtbahnnetzes bis in die Sennestadt hinein wird einen nachhaltigen Akzent zur Mobilitätsentwicklung im Quartier setzen und Anreiz sein zur Veränderung des Modal Split.

    Ausgezeichnetes Projekt der KlimaExpo.NRW

    Ausgezeichnetes Projekt der KlimaExpo.NRW

    KLIMAQUARTIER SENNESTADT

    Wie gewinnt man Bürgerinnen und Bürger für die Energetische Sanierung im Stadtteil und schafft es gleichzeitig, ein einzigartiges Stadtbild zu bewahren? Die Sennestadt in Bielefeld macht es vor und wurde dafür im Rahmen der KlimaExpo 2015 von Bauminister Michael Groschek ausgezeichnet. Die Sennestadt GmbH nahm den Preis als Koordinatorin vor Ort entgegen. Das Projekt »Klimaquartier Sennestadt« ist beispielhaft für kooperative Quartiersentwicklung weil es bei den Sanierungsvorhaben auf Anerkennung und Vernetzung aktiver Bürgergruppen und kommunaler Netzwerke setzt.

    CO2- Bilanz

     

    7.250 Wohneinheiten Einsparungen pro Jahr 6.725 Tonnen CO2 (Hochrechnung).

    Energetische Stadtsanierung – Das Projektteam

     

    alberts.architekten ist spezialisiert auf die partizipative Entwicklung und Implementierung sozialer Architektur. Thorsten Försterling ist das „Gesicht vor Ort“. Das Institut für Bauforschung als bundesweit agierende Institution im Bereich Qualität und Nachhaltigkeit am Bau ist seit 1962 mit der Sennestadt, als Ideengeber verbunden.

    Die Sennestadt GmbH wirkt seit 1956 in der Sennestadt – sie sorgt immer wieder für eine rasche Umsetzung guter Ideen und koordiniert das Projektteam.

    Die Stadt Bielefeld berät interessierte BürgerInnen, verfolgt klar definierte Klimaschutzziele und verbindet den Stadtumbauprozess mit der energetischen Stadtsanierung.

    Die Stadtwerke Bielefeld steuern Expertenwissen als lokaler Energieversorger bei und stehen für den zukunftsfähigen Umbau der Energiesysteme

  2. Kita Elbeallee

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    Luftbild
    Baugrundstück
    Wie kann eine Baulücke in der Sennestadt eine Heimat für eine neue Kindertagesstätte werden?
    Wie kann man eine Kindertagesstätte schnell umsetzen?

    Wie kann man eine Kindertagesstätte schnell umsetzen?

    Sennestadt ist ein kinderreicher Stadtteil – es musste unbedingt eine neue KiTa in die Stadtmitte. Mit dem beschleunigten Verfahren konnte zügig auf dem Gelände der Sennestadt GmbH ein Ort für Kinder gefunden und gebaut werden.

     

    Zwischen Stadtteilbibliothek und dem Hochhaus gegenüber dem Haus der Gesundheit im historischen Stadtkern Sennestadt entstand neuer Raum für die ganz Kleinen: Gleich vier Gruppen können in dem Gebäude auf der ehemaligen Brache untergebracht werden. Ein Gebäude mit einem Flachdach und mit einem für Sennestadt typischen Flug-Vordach beherbergt die neue Kita der AWO.
     

    „Die blaue Fassade mit den Holzelementen greift die typische Farbigkeit der Sennestadt auf.“

    Weiterführung der Stadt-Idee

    Ähnlich wie beim LUNA, dem Kinder- und Jugendzentrum der Sennestadt, sollen durch den Neubau Kinder mehr in die Stadtmitte einbezogen werden. Das Gebäude ist ein gelungener Lückenschluss und passt gut in den historischen Stadtkern Sennestadt, hier klaffte lange eine Baulücke. Kein Wunder also, dass auch bei diesem Gebäude das Farbkonzept „Farben der Sennestadt“ als Weiterführung der Original-Farbigkeit des Stadtteils angewendet wird. Das Grundstück liegt in den Händen der Sennestadt GmbH, so dass eine für Sennestadt passende Entwicklung des Grundstückes möglich ist. Auch der baldige Stadtbahnausbau ist ein Standortvorteil für die Kita an diesem Ort.

    „Das Gebäude wird von Passanten erst auf den zweiten Blick als neues Gebäude erkannt – es erzählt die Baugeschichte der Sennestadt konsequent weiter“

    Projektsteckbrief

    01 Projektzeitraum

    LP 1-4: 03/2017 – 03/2018
    LP 5-8: 03/2018 bis 08/2020
    Baubeginn: 10/2018

    02 Projektvolumen

    Ca. 1,8 Mio. brutto (KG 200-700)

    03 Projektstandort

    Elbeallee 72
    33689 Bielefeld

    04 Typ / Nutzung

    Kindergarten mit 4 Gruppen

    05 Beteiligte

    Sennestadt GmbH, AWO

    06 Grundstücksfläche

    1.325 m²

    07 Bruttorauminhalt

    3.350 m³

    08 Infos

    Hanglage
    Kleines Grundstück

  3. Sennestadt-Pavillon

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    Energetische Sanierung – Baukulturelle Nutzung

    Luftaufnahme
    Sennestadtpavillion bei Nacht
    Wie kann ein Pavillon aus der Nachkriegszeit in der Sennestadt ein Ort für Baukultur werden?

    Das von Prof. Dr. Reichow geplante und Ende der 1960er-Jahre errichtete filigrane, stadtbildprägende Gebäude erhält nach der Sanierung eine neue Nutzung. Mit der langfristigen Nutzung als baukulturelles Zentrum und als Infopoint wird der für lange Zeit kaum genutzte Pavillon zu einer echten Adresse in der Reichow-Stadt.

    So herausragend die Reichow’sche Architektur der einstigen Modellstadt Sennestadt ist, umso schwieriger ist der Umgang mit eben dieser Bausubstanz: Nur die aufwändige Sanierung des Gebäudes und seine dauerhafte Nutzung sichern den Erhalt des historischen Gebäudes.

    Historisch

    Historisch

    Das auffällige, fast gläserne Gebäude in Mitten der „Stadtkrone“ Sennestadts wurde ursprünglich als Verkaufspavillon errichtet und liegt mitsamt seinem Zwillingspavillon am Scharnier der Hauptladenzeilen, mit Blick auf den Teich, das Sennestadthaus und das LUNA. Die zwei organisch geformten Bauten sind typische bauliche Zeitzeugen der Nachkriegsarchitektur, die durch ihre Leichtigkeit und Filigranität eine völlig eigene Formsprache und Materialität zeigen.

    Nutzung

    Nach der energetischen Sanierung sind die barrierefreien 350 Quadratmeter im Untergeschoss werden zu einem Ausstellungsraum für das flächige, historische Planungs- und Wettbewerbsmodell der Sennestadt, sowie einem Infopoint. Dieser Infopoint ist Ausgangspunkt für Stadtführungen, Ort für Workshops, das City-Management und das Co-Working. Im Obergeschoss ist eine Büro-Nutzung angedacht.

    PAVILLON DER BAUKULTUR

    PAVILLON DER BAUKULTUR

    Die über 50 Jahre alte Idee der Sennestadt lebt weiter – in ihrem neuen alten Pavillon!

    Ein halbes Jahrhundert nach dem Bau wird der Pavillon jetzt ganz im Sinne von Hans Bernhard Reichow, dem geistigen Vater der Sennestadt, wiederbelebt – mit einer neuen Nutzung als Zentrum für Baukultur. Aber was genau bedeutet Baukultur? Baukultur ist, vereinfacht gesagt, alles, was der Mensch tut, um seine Umwelt baulich zu verändern. Dazu zählt nicht nur die Architektur selbst, sondern unter anderem auch der Städtebau, die Ortsplanung und zudem die “Kunst am Bau“ oder im öffentlichen Raum.

    Baukultur-Pavillon heißt konkret: Mit dem Pavillon schaffen die Verantwortlichen den Raum für die Menschen vor Ort, ihren Stadt- und Lebensraum bewusst als gebaute und gewachsene Umwelt zu erkennen und daran teilzuhaben. Denn den eigenen Ort zu verstehen und zu begreifen, ist ein wichtiger Erkenntnisprozess. Durch das aktive Verstehen, Mitmachen und Gestalten baukultureller Themen in einem speziell dafür konzipierten Möglichkeitsraum können die Menschen der Sennestadt den Pavillon und die Quartiersentwicklung mit Leben füllen.

    Origanl-Planungs und Wettbewerbsmodell der Sennestadt

    Projektsteckbrief

    01 Projektzeitraum

    LP 1-4: bis 11/2018
    LP 5-8: bis 04/2022
    Baubeginn: 09/2019

    02 1,19 Mio. € brutto (KG 300-700)

    1,19 Mio. € brutto (KG 300-700)

    03 Projektstandort

    Sennestadtring
    33689 Bielefeld

    04 Typ / Nutzung

    Bestand
    Co-Working, City-Management, Sennestadt-Modell, Veranstaltungsraum, Büro

    05 Beteiligte

    Sennestadt GmbH

    06 Geschossflächenzahl

    571 m² Nutzfläche

    07 Infos

    Baukultur Pavillon
    Sennestadt-Modell mit Lichtkuppel

  4. Stadtteil-moderation

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    Wie kann der soziale Frieden in einem historischen Stadtkern bewahrt bleiben?
    Stadtteilmoderation

    Stadtteilmoderation

    Der partizipative Ansatz ist Auftrag: Mitreden ist Praxis

    Das Büro für Soziale Architektur und Kommunikation unterstützte die Stadt Horn-Bad Meinberg bei dem Aufbau einer Verfahrenskultur mit Ansprache der Anspruchsgruppen und Entwicklung der Prozesskompetenz im Projektraum „Historischer Stadtkern“.

    Gebäude mit dem Investitionsstau von 40 Jahren und eine Konzentration der Zuwanderung im Rahmen der EU-II Zuwanderung auf den Stadtkern Horn führten zur Verschärfung einer ohnehin bereits bestehenden sozialen Segregation.

    Mindestens 300 Zugezogene ohne Sprachkenntnisse und mit undurchsichtigen Beschäftigungs- und Familienverhältnissen überforderten den Stadtkern. Die Unterbringungssituation in zahlreichen Immobilien gewährleistet die Mindestanforderungen an gesunde oder Wohnverhältnisse zum großen Teil nicht. Es entstanden mehrere „Bulgarenhäuser“ deren auswärtige Vermieter und Bewohner
    die Schlagzeilen der Boulevard-Zeitschriften füllten.

    Historische Gebäude, Slum-Lords und Fehlnutzungen

    Historische Gebäude, Slum-Lords und Fehlnutzungen

    Im Stadtkern sind 30 Problemimmobilien bekannt, die meisten davon sind historische Bauten, die Dichte der historischen, frühneuzeitlichen Bausubstanz ist in Horn ungewöhnlich hoch. In die zahlreichen, jahrhundertealten sogenannten Ackerbürgerhäuser haben EigentümerInnen seit der Nachkriegszeit nicht mehr investiert. Für die meisten Gebäude ist der Sanierungsstau von 40 Jahren augenscheinlich.

    „Bauliche Missstände nicht von sozialer Betrachtung getrennt gesehen werden kann. Viele der vorgenannten baulichen und offensichtlichen Fehllagen sind Ergebnisse von sozialen Fehlentwicklungen.“

     
     

    „Die sozialen Spannungen im Stadtteil Horn sind in den Jahren ab 2019 vollends eskaliert, Demonstrationen und Proteste mit rechtsextremen Tendenzen führten zu überregionaler medialer Aufmerksamkeit.“

    Bürgerdialog

    Bürgerdialog

    Die Stadt Horn-Bad Meinberg hat den sogenannten „Bürgerdialog“ etabliert, der sowohl der Information als auch als Plattform für BürgerInnen dient, sich über die Zukunft des Stadtkerns auszutauschen. Der Bürgerdialog ist inzwischen in der Stadtgesellschaft akzeptiert und soll nach dem Wunsch der BürgerInnen weitergeführt werden.

    Der Bürgerdialog und seine Verstetigung als selbsttragende Struktur im Stadtraum zählen zu den Leistungen, die im Spektrum der Stadtentwicklung entstanden sind. Hier hatte sich gezeigt, dass der Mangel an Kommunikation mit der Bürgerschaft solche neuen Strukturen unbedingt verlangte und nur solche zielführend sind, die Themenschwerpunkte setzen.

    Impulsmaßnahmen stießen die im historischen Stadtkern an. Dazu gehörte die Entwicklung von drei Immobilien „Hausmann Reloaded“, „Tille-Reineke &Friends“ und die Stadtbauhütte, die insbesondere zur Aktivierung verschiedener Nutzergruppen beitragen sollen.

    Die fehlende Erarbeitung eines Leitbildes für die Stadtentwicklung zeigte sich als Hemmnis. Es ist bisher in der Stadtentwicklung versäumt worden, eine Gesamtidee für den historischen Stadtkern zu entwickeln.

    Persönlich verhaftet

    Die Stadtteilmoderatoren gingen zu den Stadtteilfesten, tanzten mit syrischen Geflüchteten, schälten Kartoffeln, schauten Fotos von Früher, krochen auf Dachböden, waren über WhatsApp zu Unzeiten erreichbar. Viele ließen sich auf dem „blauen Stuhl“ ablichten, Geschichten entstanden. Ein solches an den Menschen orientiertes Handeln ist der richtige Ansatz.

    Partizipation und Beteiligungskultur als Schwerpunkt in den Förderrichtlinien und zahlreichen zugehörigen Publikationen aufgeführt worden. Diese ermöglichen die Vermittlung komplexer Problemlagen und die breite öffentliche Diskussion städtischer Entwicklungsziele. Der sozialintegrative Ansatz des beauftragten „Büros für Soziale Architektur“, namentlich Thorsten Försterling und Marc Wübbenhorst, brachten für die Steuerungsunterstützung und den kommunikativen Ansatz aber auch in Preis-Leistung die beste Eignung mit, sodass dem Büro für Soziale Architektur im Februar 2019 der Zuschlag erteilt wurde. Der kommunikative und interkulturelle Ansatz war bei der Beauftragung ausschlaggebend.

    Projektsteckbrief

    01 Projektzeitraum

    02/2019 bis 12/2021

    02 Projektvolumen

    175.000 € brutto (Auftragsvolumen)

    03 Projektstandort

    Horn-Bad Meinberg