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Kommunikation und Beteiligung
Aktuelles

Kommunikation und Beteiligung

Der Mensch braucht Menschen, das digitale Format kann den direkten Austausch ergänzen, die Möglichkeiten erweitern. Aber nicht ersetzen! Mit welcher Erleichterung trafen wir uns wieder bei Bürgerwerkstätten. Es hat sich verändert, es sind weniger Menschen gekommen, die Qualität war anders: zwischen Übervorsichtig und Resignation und der Haltung “jetzt erst recht” war alles mit dabei. Und, wenn es schlecht kommt, sprechen wir über “das Gleiche immer mit den Gleichen”. Das ist mir zu wenig. Zu wenig Demokratie, zu wenig Dialog.

Unangenehm, manchmal bedrohlich, ist es zu spüren wie unterschiedliche Lager die Gesellschaft spalten. Jeder steckt in seiner Blase.

Oft spüre ich Argwohn. Er entsteht rund um die Leugnung von Corona oder des Klimawandels. Die Situation hat Sprengkraft, im alltäglichen Miteinander schwingt es mit, in schon bei unterschiedlichen Beteiligungsformaten kommt es ans Tageslicht. Man wird es doch mal sagen dürfen!

Die nächste Corona-Verordnung zum 01.10.2022 wird es zeigen: die nächste Welle der Empörung kommt bestimmt!

Unser Angebot: Mit Ihnen planen wir Kommunikation und Beteiligungsprozesse, Partizipation ist mehr denn je gefordert. In diesem Sinne: “Es gibt nichts Gutes. Außer man tut es.” (Erich Kästner)

Architektur macht Schule
Aktuelles, Soziale Architektur

Architektur macht Schule

Architektur macht Schule – immer gerne wieder! Die Vermittlung von Themen rund um´s Bauen ist mir in den letzten 12 Jahren ein Anliegen geworden. Bau*kulturelle Bildung ist deswegen wichtig, da sie Bildungsprozesse im rund um Stadtentwicklung und Architektur befördert. Auch in diesem Sommer schlossen wir ein weiteres Projekt aus dem Programm „Architektur macht Schule“ ab. Mit dem Hans-Ehrenberg-Gymnasium in der Sennestadt beschäftigten wir uns in diesem Sommer (wie sollte es anders sein) mit der Sennestadt, gleich hier im Baukultur-Pavillon: Das Werden der eigenen Stadt zu verstehen, ist eine wichtige Sache. Ihre Aktualisierung durch viele Ideen führte zu einem Entwurf für ein Mehrzweckhaus inmitten des historischen Stadtkerns Sennestadt. Orientiert an reellen Bedarfen entstand ein Entwurf für ein neues Gebäude. Die provozierende Idee: Eine öffentliche Dusche, die man mit Pfandflaschen bezahlt. Der Anspruch dahinter: Jede*r soll Zugang zu (temporären) Wohnraum und sauberen Sanitäreinrichtungen haben. Gleichzeitig sollen marginalisierte, unsichtbare Menschen in die Mitte der Stadt eingeladen werden.

https://www.architektur-macht-schule.de/

Soziale Utopie
Aktuelles

Soziale Utopie

Die Sennestadt als Stadtgestalt ist in ihrer Gesamtheit nachhaltig, sozial und inklusiv: das waren die Grundideen der Planer und Prof. Reichows. Für die Postmoderne sind sie aktueller denn je. Die soziale Durchmischung und das Ankommen finden sich im Stadtgrundriss. Heute erkenne ich darin das Thema der Inklusion; das Thema der Flucht und Vertreibung bleibt nach wie vor auf traurige Weise aktuell. 

Wie können wir Zusammenleben, ein Miteinander gestalten, Flüchtlingen eine Heimat bieten, eine Stadt des Ankommens sein und den Neubeginn für Menschen anbieten?

Der Stadtteil hat auf uns abgefärbt; In der Auseinandersetzung mit dem Wagnis Sennestadt haben wir unsere Haltung entwickelt. Für mich bedeutet das aber auch, Widersprüche auszuhalten. Unsere “Ambiguitätstoleranz” – sie wird durch aktuelle Entwicklungen und durch unsere Geschichte herausgefordert. Jeder von uns, ob neu oder schon lange hier, hat eine Geschichte, ein Päckchen zu tragen. Lassen Sie uns daran arbeiten, das es jede*r etwas leichter hat.

„Wir bauen um ihr Leben“, das meint nachhaltige, gesunde Architektur und Quartiere, die soziale Durchmischung und den Gedanken, das immer auch alle gemeint sind: Ein inklusiver Stadtteil nimmt alle mit und ist für alle. Er lässt Raum zum Atmen, bietet Raum für Entwicklung. Für mich als Architektin bedeutet das: Bauen ist immer mit den Fragen des Zusammenlebens verknüpft.

Hitzeaktionsplan? Sennestadt!
Klima

Hitzeaktionsplan? Sennestadt!

Die Sonne brennt in der Stadt, in diesen Tagen erleben wir Temperaturen bis 39 Grad. Die extreme Hitze macht allen zu schaffen. Die Hitze gefährdet Menschen, an heißen Tagen sterben mehr Menschen an der Hitze als an Verkehrsunfällen. Hitzeaktionspläne in Kommunen oder sogar Hitzenotfallpläne, wie es sie in Frankreich und Belgien gibt, sind hier Fehlanzeige. In Apothekenmagazinen lese ich dann einige nette Tipps zum runterkühlen und rege mich umso mehr auf: Das Runterkühlen der Städte gelingt nicht mit Tisch-Ventilatoren oder der hundertixten Markise im Schaufenster oder einem Glas Eistee! Der Klimawandel ist anthropogen, und auf der Hitze-Stau in den Städten ist ebenso handgemacht. Ein Dilemma: Wollen wir jetzt wirklich noch mehr Energie produzieren und aufwenden um die Städte technisch herunterzukühlen?

Ich selbst bin ja in der Sennestadt aufgewachsen: Aufgelockerte Bebauung, das viele Grüne, der Wind, der die Kühle der Fichten und Birken in die Stadt hineinträgt, zwischen den Reihenhäusern trocknete man früher Wäsche. Bäume speichern Wasser, sie helfen beim kühlen, spenden Schatten. Aufgefächerte Fassaden, Loggien.. Heute spüre ich, dass es in der Sennestadt vergleichsweise (!) kühl ist. In der Mitte der Stadt verläuft der Bullerbach, der nahezu eiskalt aus einer Quelle in mitten der Stadt entspringt. Es ist mir kein Geheimnis, das kluge Bebauung und die gute Anordnung von Baukörpern, die Auswahl von Materialien und die Begrünung insgesamt zum guten Klima in der Stadt beitragen. Wenn Sie mögen, kommen Sie vorbei – Im Hitzesommer 2022 möchte ich sie herzlich zu einem Klimaspaziergang in der Sennestadt einladen! Der Eistee geht dann auf mich.

Hallo, Vermittlung!
Aktuelles

Hallo, Vermittlung!

Inklusion und der Start in das eigene Leben beginnt für die Meisten mit einer eigenen Wohnung. Für Jugendliche mit Unterstützungsbedarf ist das selbständige Wohnen eine Herausforderung. Um diese zu bewältigen braucht es Vorbereitung, Übung und Begleitung.

Ich erinnere mich an die Debatte vor einigen Jahren auf Twitter: “Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ‘ne Gedichtanalyse schreiben. In 4 Sprachen” und löste damit eine Bildungsdebatte aus. Bleibt nun alles „wie gewohnt“? Wer ein Gedicht analysieren kann, kann auch Ausschreibungen verstehen. Kulturelle Bildung, alles was den Menschen betrifft und ausmacht, ist wichtig. Wir brauchen nicht Steuern oder Architektur als Schulfach, sondern die Verknüpfung von Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten. Bei unseren Angeboten der baukulturellen Bildung üben wir Flächenberechnung, Pläne verstehen, Maßstäblichkeit, richtiges Haushalten, Möbel kaufen und einrichten, Budgetieren, Planen. Bauen ist immer inklusiv: Es ist eine Bezuggröße, bei der jeder und jede mitmachen kann. Beim Thema „Wohnen mit Behinderung“ bauten wir handwerklich eine Wohnung im Maßstab 1:1, bei Projekten der Architekturvermittlung mit Gymnasiasten planen wir komplexe Lebensmodelle. Der Bezug ist derselbe: Wie wollen wir leben?

 

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